| SIRKLE | ||
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| SIRKLE kommt und geht. Wenn SIRKLE sich dreht, lässt er das Flüchtige zu und spielt mit allen Bildern, die sich ihm bieten. So immer in Bewegung ist er sich nie sicher: „Die Wahrheit der Kunst liegt im Leid, das sie birgt. Ja es ist wahr. Wer nicht gelitten hat, hat nichts zu sagen.“* SIRKLE ist in einem Café geboren, das fast seinen Namen trägt. Nur die Herkunft ist anders, verkleinert, so wie manche Endsilben der Sprache seines Kindheitslandes. Er hatte es gewagt, sich in einen dieser braunen Stühle zu setzen, um die Zeit anzuhalten. Es ging nicht. Seine neugierigen Blicke nach draußen auf die vorbeieilenden Menschen konnte er nicht lassen und er wartete darauf, dass sich jemand aus der Menge löste. Was sich löste, hatte er nicht erwartet: Da fing es an zu kreisen, sich zu drehen, zu sirkeln. Gedanken,
Wünsche und Erinnerungen liefen rund und schneller. Und es
war schon die Mitte seines Lebens, in dem er fast stehen geblieben
wäre, weil er müde geworden war vom Träumeabhaken.
Er hatte vergessen, wie man sich verändern kann. Nach einer
Stunde mit Cosima, Marie und Bertha verließ er das Café
gegenüber der Oper. Licht und Blau lagen vor ihm ...
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Dass die Steiner-Freundin und Lehrerin sogar zwei Klaviere in einem Zimmer stehen hatte und Geschichten vorlas, war ungewöhnlich. Unaufhaltsam zog es mich zu den Tasten. Sie lehrte das Spiel ganz über das Fühlen. Doch früh brachten die zu kleinen Hände die Einsicht, nicht Pianist zu werden. Da gab es ja noch so viel. Der hohe, kräftige Knabensopran war besonders im Treppenhaus mein ganzer Stolz. Der Mann, der mich anleitete war ein begnadeter Pianist, kein Sänger. Er spielte alles aus dem Kopf und ließ die alte Zeit spüren, denn seine Lehrer hießen Kempff und Fischer. Was er trotz seiner Strenge an Vorstellungen weckte, blieb bis heute kindlich erhalten. Er lehrte mich die Ernsthaftigkeit um die Musik. So Inselmensch musste ich lernen, dass es andere Biografien gibt. Die Nabelschau endete mit dem, der Musik vom Herz in die Hände führen kann, dabei alles gibt und auf Ruhm nichts setzt. Bei dieser Fortsetzung von Kirche und Musik wäre das Klavierspiel fast verschwunden. Nur die Frau mit dem Haus im Grünen glaubte an mich. Dann ging es zu den Kindern, um ihnen alles zu geben.
Wieland Kleinbub |
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